Dienstag, 8. April 2014

Ein Suchbild?

Jetzt ist es geschehen.
Die Idee hat mir schon lange im Kopf herumgespuckt. Aber manche Dinge müssen reifen und natürlich braucht man auch ein wenig Zeit dazu.
Letztendlich wurde es ein Familienprojekt.
Gemeinsam mit meinen Kindern haben wir diesen Sessel zu einem kleinen Unikat gemacht.
Man könnte ihn ja auch als ein Suchbild verwenden, weil überall viele verschiedene kleine Motive versteckt sind.

Sonntag, 30. März 2014

Elizabeth wird vermisst - Rezension


Autorin: Emma Healey
Verlag: Bastei Lübbe
www.luebbe.de
www.bastei.de

Ich gebe es zu, ich habe das Buch an einem Abend von Anfang bis zum Ende gelesen. Ein sehr fesselnder und auch sehr realitätsnaher Roman über den Krankheitsverlauf von Alzheimer.
Maud, die Hauptperson ist im ersten Teil des Romans noch in der Gegenwart, doch im Verlauf des Buches bewegt sie sich immer mehr zwischen den Zeiten. Ganz wie auch in der Realität bei Alzheimerkranken tritt im Laufe der Geschichte immer mehr die Erinnerung an ihre Jugend hervor. Und viele ihrer Reaktionen erklären sich durch ihre Jugenderinnerungen.
Und hier zeigt sich auch, daß auch die unaufgearbeiten Erlebnisse und ungelösten Rätseln ihrer Jugend einen entscheidenden Einfluss auf ihr Verhalten in der Gegenwart haben. Mauds Schwester ist eines Tages plötzlich verschwunden gewesen. Und dieses ungelöste Rätsel aus ihren Jugendtagen beschäftigt jetzt die alte Frau immer mehr. Die Autorin entführt uns hier in immer längeren Sequenzen aus Mauds Jugend und langsam aber sicher wird die ganze Geschichte der verschwunden Schwester offenbar.
Der Autorin ist es gelungen dieses Thema in einen spannenden Roman zu verpacken, der auch schon Krimiqualität hat.
Besonders gefallen hat mir von Anfang an, die Erzählung in der Ich-Form. Das bringt den Leser dazu, Maud aus ihrer Sichtweise zu sehen und auch Verständnis für ihre Verhaltensformen aufzubringen.
Ihre am Anfang noch teilweise für den Leser seltsame Fixation auf das Verschwinden von Elizabeth erklärt findet am Schluss des Romans ein fulminantes und spannendes Ende.
Jeder, der schon mit an Alzheimer erkrankten Personen zu tun hatte, wird hier viele Dinge wieder erkennen. Die Autorin hat es gut verstanden in ihrem Roman um Verständnis zu werben. Viele Verhaltensweisen erscheinen aus der Sicht von Maud in einem anderen Licht. Für Maud verständliche Reaktionen, für ihr Umfeld unverständliche Reaktionen.
Ich kann dieses Buch jedem weiterempfehlen, der sich in die Materie hineinlesen möchte. Es ist nicht nur informativ sondern durch die durchgehende Handlung auch sehr kurzweilig und unterhaltsam und regt zum Nachdenken an.


Im Anschluss möchte mich noch herzlich für das zur Verfügung stellen des Manuskriptes durch den Verlag bedanken.

Dienstag, 18. März 2014

Tutorial Rohwolle waschen Teil I

Zuallererst sucht euch einen geeigneten Bottich. In meinen Fall ist das eine alte Babybadewanne.
Nun trennen wir die Wolle in geeignete und ungeeignete.
Diese angekackte Wolle hat in unserem Waschwasser nichts zu suchen. Also ab auf den Müll oder falls ihr Tomaten habt, könnt ihr auch ein wenig davon hineingraben oder darauflegen. Sie speichert Feuchtigkeit und gibt einen guten Dünger ab. 









Diese Fasern mögen wir. Sie sind absolut perfekt.



















Diese hier kommen ebenfalls in den Müll. Viel zu kurz und ungeeignet. Seid ruhig großzügig mit dem Wegwerfen. Wolle ist nachwachsendes Material.
Und jetzt brauchen wir einen Heißwasserhahn und Spülmittel. Ihr könnt natürlich auch im Garten waschen, wenn ihr dort einen Heißwasserhahn habt. Mir war das etwas zu anstrengend dauernd heißes Wasser hinunter zu schleppen. Deshalb wasche ich in der Badewanne.

Einige Spritzer Spülmittel über die Wolle leeren. 
Diese Wolle war sonnenwarm. Deshalb habe ich gleich mit warmen Wasser begonnen. Ansonsten gilt es mit der gleichen Temperatur Wasser anzufangen, welche die Wolle hat. Langsam die Temperatur erhöhen. Und die Wolle möglichst nicht bewegen.


Gleichmässig die Brause über die Wolle gießen, bis der Bottich ordentlich voll ist. Die Wolle soll schön darin schwimmen. Währenddessen die Temperatur immer weiter erhöhen. Zum Schluß könnt ihr auch kochendes Wasser darüber gießen. Solange die Wolle nicht bewegt wird, kann eigentlich nichts passieren.



Der erste Strang Sojaseide ist fertig geworden.
Ich finde sie eigentlich ganz angenehm solo zum Verspinnen. Einziger Nachteil, sie rutscht gerne aus den Fingern. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich es dann beim Versponnenen aussieht.



Donnerstag, 27. Februar 2014

Wenn andere plötzlich zum Spinnen anfangen, wird frau ja direkt animiert, sich wieder vermehrt ans Spinnrad zu setzen. Schließlich spinnt es sich gemeinsam doch am liebsten. Das Problem ist nur, versucht man die eine Kiste mit den Spinnfasern leer zu bekommen, steigt plötzlich die Menge an versponnenen Garnen extrem an. ;)

Diesen Kammzug hatte ich schon länger im Fundus. Neuseelandwolle aus der österreichischen Kammzugfärbetauschaktion. Jetzt wurde es wirklich Zeit.
Wie immer bei mir, wenn viele Farben mitspielen - navajoverzwirnt. (Ich sollte wirklich etwas experimentierfreudiger werden)





Ja auch Glitziwolle habe ich gebunkert. Eine wahre Schatzkiste. Cochenillegefärbtes Kaschmir habe ich mit Merinoresen und Glitziwolle kardiert. Diesmal nur 2-fach verzwirnt.
 Shorty's Herco Kammzug lag auch schon eine halbe Ewigkeit im Keller, aber jetzt - endlich versponnen - nona navajoverzwirnt.
Und ein schönes Mitbringsel in Form eines Blumenstraußes aus Batts von Arachnida ebenfalls mit Glitziwolle.
Ich stelle gerade fest, daß ich die letzten 2 Wochen scheinbar wie eine Verrückte gesponnen habe.


Mittwoch, 26. Februar 2014

Aus dem Färbetopf

Meine beiden Freundinnen, die jetzt ebenfalls angefangen haben zu spinnen, haben mir wieder mal einen Motivationsschub gegeben. Es hat ganz schön lang gebraucht, bis der Spinn-Virus sich endlich durchgesetzt hat, allerdings war er dann massiv ansteckend und hochinfektiös. Wie gut, daß ich noch mein Louet S15 unten stehen habe, also stand dem Spinnen nichts mehr im Wege.
Herco mit Ashfordfarben und Ostereierfarben
Also bin ich meine Wollvorräte durchgegangen und habe ein wenig was hergegeben, damit genug Übungsmaterial vorhanden ist. Aber jetzt mußten die bunten Farben dringend ersetzt werden. Und außerdem der weiße Wollstash geleert werden, weil natürlich haben wir gleich bei World of Wool eine Riesenbestellung geordert. Ach wie ist das schön, wenn noch ein paar Wollverrückte um sich hat.

So wurde also gefärbt.






Sojaseide mit Ashfordfarben und Batikfarben
Die Sojaseide ist gestern gleich auf dem Spinnrad gelandet. Ich bin mal gespannt, wie sie sich so ganz pur ohne Naturfaser macht. Ich bin noch etwas unschlüssig, wie ich sie verzwirnen soll.



Neuseelandlamm mit Ashfordfarben



Dienstag, 25. Februar 2014

et voila - die Bergschafdecke ist fertig

Sogar schon etwas länger, aber ich war furchtbar faul, was meinen Blog angehet.
Ganze 185 x 80cm ist sie groß geworden und richtig schön warm.

Montag, 3. Februar 2014

Zwischendurch ein Polster in Flechtmuster

Während ich an der Decke arbeitete, mußte ich auch noch ein Geburtstagsgeschenk für einen lieben Freund machen. Er hat gerade sein altes Bauernhaus sehr liebevoll renoviert, unter anderem aus altem Holz sehr viele Möbel gemacht. Es sieht einfach unglaublich gut aus. Sogar der Badezimmerschrank wurde aus altem Holz geschreinert.
Nur mit der Deko haut es in  einem Männerhaushalt nicht so ganz hin.
Also habe ich beschlossen, daß ich ihm ein passendes Geburtstagsgeschenk machen werde.
Aus braunem Bergschaf einen Flechtmusterpolster.
Es war direkt eine Erholung die Decke zwischendurch aus der Hand zu legen und an dem sehr viel kleinerem handlicheren Polsterüberzug zu stricken. Am unteren Bild ist die Originalfarbe besser zu erkennen. Irgendwie widersteht dieses braune Bergschaf jedem Sonnenlicht.
Damit die Motten nicht darüber herfallen, habe ich ihm auch noch ein Lavendelsäckchen angehängt mit Lavendel aus dem eigenen Garten.

Freitag, 10. Januar 2014

Neues vom Bergschaf und der Decke

Ich war fleißig, zwar immer nur ein bis zwei Knäuel lang, weil ich ja zwischendurch nach wie vor Bergschaf kardieren und verspinnen muß. Aber es ging schon ganz schön was weiter während der wohlverdienten Ruhepause zwischen den Feiertagen. Die Farbe ist nicht so ganz einheitlich, aber ich finde gerade das macht den Charme aus.
Inzwischen war meine liebe Mutter, die bekanntlich ja auch Schneiderin ist, zu Besuch und hat wieder 4 riesige Stoffsäcke da gelassen und da war auch ein schöner schwarzer, sehr stabiler Stoff dabei. Und ich denke, ich werde diese Decke noch unterfüttern, damit sie auch für die kratzempfindlichen Familienmitglieder geeignet ist.
Ja - und das Katzentier war jetzt eigentlich nicht so auf dem Foto geplant - schon gar nicht in dieser Stellung (hüstel), aber sie hat sich kurzerhand darauf breitgemacht.
Sie ist auch sehr hilfreich beim Spinnen. Kaum stelle ich mir das Spinnrad und den Korb mit den kardierten Batts bereit, kann ich sicher sein, daß sie mir schon ein kardiertes Batt aus dem Korb zupft und  auf die Couch legt. Sie ist ganz verrückt nach diesem Schaf.

Buchrezension "Schokolade” von Eliq Maranik



An die Pralinenherstellung wollte ich mich schon lange heranwagen, umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich eine Buchrezension über dieses Buch bei "Blog dein Buch" schreiben darf.



Pralinen, Parfaits, Schokocupcakes. Dieses Buch ist die reinste Versuchung, sich sofort an den Herd zu stellen und mit der Produktion von Schokoladentrüffeln, Haselnusstürmchen, Caffè-Latte-Pralinen und Whiskeytrüffel zu beginnen.  Vorher lohnt es sich aber durchaus die ersten Kapitel durchzulesen, die ausführlich auf die Geschichte von Kakaobohne und Schokolade eingehen.
Besonders hilfreich sind die ausführlichen Anleitungen über das richtige Temperieren, Schmelzen und Überziehen der süßen Versuchungen. Sehr wichtig, da doch einiges schief gehen kann, wenn man gewisse Grundregeln nicht beachtet.
Auch das Kapitel über die verschiedenen Zutaten samt einer Umrechnungstabelle von Deziliter in Esslöffel und Teelöffel erweist sich als nützlich. Immerhin rechnet man ja nicht immer mit Dezilitern.
Die ersten 7 Kapitel widmen sich ausführlich den Grundlagen einer erfolgreichen Herstellung der nachfolgenden Rezepte. Geräte und Formen bilden ebenfalls ein eigenes Kapitel. Auch die Geschichte der Schokolade kommt nicht zu kurz. Das mindert aber für mich keinesfalls die Menge der nachfolgenden Rezepte.  Im Gegenteil - ohne die ausführliche Einführung hätte ich sicher einiges falsch gemacht und vermutlich bald das Handtuch geworfen. Mir gefällt an dem Buch, daß die Rezepte gut nachzuarbeiten sind und auch für Pralinenanfänger oder Backanfänger geeignet sind.
Besonders angetan haben es uns die Schoko-Cupcakes, die ich sogar gleich zweimal machen musste, so heiß begehrt waren sie.

Aber auch die Schokopralinen am Stiel wurden bei einer Geburtstagsparty gleich ausprobiert.
Genauso wie ein Mousse au Chocolat zu Weihnachten, welches unter dem Kapitel Desserts zu finden ist und ebenfalls unbedingt ausprobiert werden musste.
 
Es ist wohl besser, die süßen Teilchen einem breiteren Publikum zukommen zu lassen, da sonst die Figur doch sehr leiden könnte. Denn auf Kalorien wird in diesem Buch keine Rücksicht genommen, aber das wird wohl auch niemand bei diesem Titel erwarten.



Dieses Buch wird wohl noch öfters den Weg vom Bücherregal in meine Küche nehmen, da wirklich viele verschiedene Rezepte für diverse Anlässe enthalten sind. Angefangen von den Pralinen, Keksen bis zu Desserts und Torten ist für jeden Geschmack etwas dabei. 

Wer jetzt Lust auf Süßes bekommen hat bekommt dieses Buch entweder hier direkt beim Verlag oder natürlich auch über Amazon.de.


Titel: Schokolade
Autor: Eliq Maranik
Verlag: h.f.ullmann publishing
Umfang: 160 Seiten
ISBN: 978-3-8480-0382-2









Über mich

Mein Bild
Die Idee Dinge des täglichen Gebrauchs selbst herzustellen hat mich immer schon fasziniert. Außerdem liegt es mir sehr am Herzen altes Wissen nicht verloren gehen zu lassen. Manchmal könnte man mich als Konsumverweigerin bezeichnen, allerdings bin ich den modernen Dingen durchaus nicht abgeneigt, ich habe nur etwas gegen die Wegwerfgesellschaft. Ich habe einen Hang zu alten Dingen, sei es nun Möbel, altes Geschirr, Klamotten. Bücher stehen in stetiger Konkurrenz mit meiner Spinnerei. So lese ich gerne Bücher über den asiatischen Raum, ab und zu Fantasy und sozialkritische Bücher und natürlich sammle ich Bücher über Spinnen, Färben, Handarbeiten. Wie könnte es anders sein. Nebenbei habe ich auch noch den unseligen Hang Kochbücher zu sammeln, gekocht wird dann allerdings in den meisten Fällen "Schnelle Küche". Zur Erntezeit muß ich allerdings das Spinnzeug weglegen und auch mal in die Küche bzw. vorher in den Garten gehen. Dann wird eingekocht und eingemacht. Ich habe zum Leidwesen meines Mannes den Hang bei dem Anblick von Wollfasern alles um mich herum zu vergessen und natürlich Unmengen an Spinnfutter gehortet.