Sonntag, 1. März 2020

Wieder mal Doggln

Nachdem ich endlich wieder eine Quelle für die Filzsohlen in Österreich gefunden habe - Danke liebes Ötztaler Schafwollzentrum - konnte ich endlich mit meinen Doggln weitermachen.
Eine größere Herausforderung war ein Geschenk für einen guten Freund. Große Füsse und hoher Rist. Die Filzsohlen braucht man meistens 1-2 Größen größer,  also musste es Größe 46 sein und das war noch fast zu knapp. Außerdem musste ich den Rist höher gestalten, das heißt ich habe auf den Schuhleisten noch extra eine Unterfütterung angebracht. Deswegen sehen sie am Foto etwas unförmig aus.
Aber, obwohl es eine Überraschung war, passten sie perfekt.
Meisten richte ich mir immer 2 Paar gleichzeitig her, da ich dann in einem das Roggenmehl-Wasser Gemisch auf die einzelnen Schichten auftragen kann.
Auf diesen Fotos könnte ihr die erste aufgenähte Sohle sehen. Dazu brauche ich Hammer, Nägel, eine Zange. Wie ihr sehen könnt,  ist die Sohle über einen Zentimeter dick, sodass es nicht ganz einfach ist, sie schmerzfrei anzunähen. Außerdem benötigt man einen gewachsten Faden, ich habe mir dazu welchen aus dem Schusterbedarf bestellt. Sobald die Sohlen aufgenäht, kommt die schwierigste Arbeit: 
Den Stoff oben in der richtigen Höhe abschneiden. Dazu braucht man ein sehr scharfes Messer, da hier ja mehrere Schichten teilweise genäht, teilweise mit dem Mehl-Wasser-Gemisch zu schneiden sind. Anschließend muss die Schuhsohle ausgeformt werden. Die Fotos dazu zeige ich euch in den nächsten Tagen.


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Über mich

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Die Idee Dinge des täglichen Gebrauchs selbst herzustellen hat mich immer schon fasziniert. Außerdem liegt es mir sehr am Herzen altes Wissen nicht verloren gehen zu lassen. Manchmal könnte man mich als Konsumverweigerin bezeichnen, allerdings bin ich den modernen Dingen durchaus nicht abgeneigt, ich habe nur etwas gegen die Wegwerfgesellschaft. Ich habe einen Hang zu alten Dingen, sei es nun Möbel, altes Geschirr, Klamotten. Bücher stehen in stetiger Konkurrenz mit meiner Spinnerei. So lese ich gerne Bücher über den asiatischen Raum, ab und zu Fantasy und sozialkritische Bücher und natürlich sammle ich Bücher über Spinnen, Färben, Handarbeiten. Wie könnte es anders sein. Nebenbei habe ich auch noch den unseligen Hang Kochbücher zu sammeln, gekocht wird dann allerdings in den meisten Fällen "Schnelle Küche". Zur Erntezeit muß ich allerdings das Spinnzeug weglegen und auch mal in die Küche bzw. vorher in den Garten gehen. Dann wird eingekocht und eingemacht. Ich habe zum Leidwesen meines Mannes den Hang bei dem Anblick von Wollfasern alles um mich herum zu vergessen und natürlich Unmengen an Spinnfutter gehortet.